Impulstag für den Frieden: 450 Peacemaker in Altenburg

(26.11.2015)

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Der Abschluss der Friedensdekade, der Buß- und Bettag, erwies sich als ein guter Termin, Schülerinnen und Schüler des Christlichen Spalatin-Gymnasiums und staatlicher Schulen der Umgebung sowie deren Lehrerinnen und Lehrer zu einem Impulstag für den Frieden einzuladen.

In 23 Workshops konnten Schüler/innen und Lehrkräfte erfahren und erleben, wie Menschen aus ihrer Umgebung sich ehrenamtlich engagieren und eine Antwort finden auf die Leitfrage des Peacemakertages: Wie können wir zu Peacemakern werden? Wie können wir dazu beitragen, dass es bei uns in Deutschland und in der Welt etwas weniger menschenverachtend und etwas weniger gewaltsam zugeht - ohne uns gleich mit dem Anspruch, die Welt zu retten, hoffnungslos zu übernehmen?

Diese Frage wurde bedrängend aktuell in den Tagen zuvor, in denen Erschrecken über Terroranschläge und Angst vor einer Ausbreitung des Terrors um sich griffen.

  Sehr unterschiedliche Möglichkeiten des friedlichen Engagements wurden den Jugendlichen und Erwachsenen vorgestellt. Allen gemeinsam ist, dass sie entschieden gewaltfrei arbeiten. Sie alle beruhen auf zivilgesellschaftlichen, ehrenamtlichen Initiativen.

Da berichteten Friedensstifterinnen, wie sie in Afghanistan Schulen aufbauen und unterhalten, wie sie in Kamerun oder im Kongo kleine Initiativen gegründet haben oder unterstützen, die sich mutig gegen Unfreiheit und Armut richten. Übrigens sind es ehemalige Schülerinnen aus Thüringen, die nach der Schule in Freiwilligen-Projekten und -Einsätzen diese Länder und ihre Menschen kennengelernt haben.
Zivile Friedenseinsätze in Konflikt-Situationen wurden in weiteren Workshops vorgestellt sowie Freiwilligeneinsätze für Abiturient/innen.

Einen Schwerpunkt bildeten die Workshops, die sich mit der Situation von Flüchtenden beschäftigten: Ein großer Teil der aus Syrien flüchtenden Menschen über-lebt in Flüchtlingslagern im Nachbarland Jordanien.
Nur ein kleiner Teil gelangt nach Deutschland. Wie werden sie hier aufgenommen? Informationen über das deutsche Asylrecht waren in einem Workshop Anlass, darüber nachzudenken, wie wir Flüchtende unterstützen können.
Wie ist es mit der Angst vor "Überfremdung"? Workshops, in denen Schülerinnen und Schüler sich spielerisch mit "dem Fremden", "dem Anderen" beschäftigten, nahmen schnell die Angst und zeigten, wie es denn gelingen kann mit der viel zitierten Integration.

  Reflexion, Information und Hinweise auf Aktion wechselten sich ab in den Workshops, so dass viele Schülerinnen und Schüler mit Ideen nach Hause gingen, wie sie in ihrer Region und doch die ganze Welt im Blick, zu Peacemakern werden können. Zusammengefasst und gebündelt wurden die vielfältigen Eindrücke in einem Gottesdienst, in dem neben die Motivation zum Handeln aus den Workshops die biblische Vision vom Frieden und das Gebet um den Frieden standen.

Der Peacemakertag ist inzwischen im Bereich der mitteldeutschen Kirche Tradition geworden: Nach Peacemaker-Tagen 2013 in Erfurt und Magdeburg, 2014 in Mühlhausen war es diesmal Altenburg, wo das Christliche Spalatin-Gymnasium Ort und Rahmen des Impulstages war.

Lehrerinnen und Lehrer, die Peacemaker-Projekttage oder auch Unterrichtseinheiten zu Friedensthemen in ihrer Schulen planen, seien verwiesen an das Mitteldeutsche Netzwerk Friedensbildung: www.friedensbildung-mitteldeutschland.de.
Hanne Leewe