Lehrergewerkschaft GEW kritisiert Schulgesetzreform

(18.10.2017)

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Große Klassen, Ausfallstunden, weite Schulwege und Lehrermangel: In Sachsen-Anhalt soll ein neues Schulgesetz helfen. Seit Monaten arbeitet das Bildungsministerium an einem Entwurf.

Den will die schwarz-rot-grüne Landesregierung im Kabinett am Dienstag absegnen, damit er noch im Oktober in den Landtag eingebracht werden kann. Die GEW kritisiert das Gesetz als weder innovativ noch ausreichend.

Eigentlich wollte Bildungsminister Tullner seine Schulgesetzreform schon Ende September vorstellen - doch offenbar gab es im Kabinett noch Gesprächsbedarf. Den sehen auch Lehrer- und Elternvertreter. Sie hatten im beratenden Landesschulbeirat nicht einmal zwei Wochen Zeit, um den Entwurf zu bewerten - mitten in den Ferien.

GEW: Grundschulverbünde auf dem Land nicht nötig

Eva Gerth, Lehrerin und Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Sachsen-Anhalt, hält die vorgeschlagenen Gesetzesänderungen weder für innovativ noch für ausreichend. Das, was im Moment vorliege, sei aus ihrer Sicht zu kurz gesprungen. Sie erwarte eigentlich, wenn das so lange vorbereitet sei, dass Minister Tullner dann auch etwas vorlege, was etwas besser durchdacht sei. Für diese Grundschulverbünde, die er vorschlage, gebe es im Moment im Land gar keinen Bedarf, sagt sie.

Im Entwurf schlägt der Minister vor, die Kooperation von Grundschulen im ländlichen Raum zu testen. So könnte verhindert werden, dass Schulen geschlossen werden müssen, obwohl sie die geforderte Mindestgröße von 60 Schülern nicht mehr erreichen. Da das derzeit nur auf wenige der etwa 500 Grundschulen im Land zutreffe, sei der Vorschlag für die GEW nicht sehr weitreichend. Zudem müsste diskutiert werden, wie das Personal geteilt wird. Tägliches Hin- und Herfahren zwischen den Schulen erhöhe die Belastung der Lehrer.

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