EKD veröffentlicht Orientierungsrahmen für den Berufsschulreligionsunterricht

(20.04.2018)

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Der Evangelische Religionsunterricht gehört an beruflichen Schulen zur Gruppe der Fächer, die je nach Bundesland als berufsübergreifende, allgemeine oder allgemeinbildende Fächer bezeichnet werden.

Diese Fächer dienen der persönlichen Bildung und Orientierung. In diesem Zusammenhang ist der Berufsschulreligionsunterricht zugleich ein integrativer Bestandteil beruflicher Bildung, da er wesentliche Kompetenzen auf dem Weg zu einer umfassenden beruflichen Handlungsfähigkeit fördert und Elemente emotionaler, moralischer und sozialer Entwicklung im Bildungsprozess miteinander verbindet.

"Die Berufsschule muss als Ort verstanden werden, in dem junge Menschen nicht nur gesellschaftsfähig, sondern auch lebensfähig werden. Sie erwarten zu Recht, dass sie über Ausbildung und Beruf eine ökonomische und soziale Perspektive entwickeln können, die ihnen ein sinnvolles und eigenverantwortliches Leben ermöglicht. Jugendliche suchen Orientierungshilfen, die sie überzeugen, und Menschen, die sie auf ihrer individuellen, oft auch religiösen Sinnsuche begleiten", stellt der Vorsitzende des Rates der EKD, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, im Vorwort des Textes fest und fährt fort: "Auf diesem Hintergrund sollten Sinn und Aufgaben des Religionsunterrichts an den berufsbildenden Schulen unmittelbar einleuchten. Der Religionsunterricht hilft, die Frage nach dem Ganzen und nach dem tragenden Sinn von allem zu stellen. Er hilft zugleich, diese Frage aufgrund der Förderung des freien und selbständigen eigenen ethischen und religiösen Urteils zu beantworten. Als Begleitung bei der Suche nach dem eigenen Glauben in einer durch religiöse Pluralität gekennzeichneten Gesellschaft fördert er Verstehen und Toleranz und trägt dadurch zugleich zur Kooperationsfähigkeit am Arbeitsplatz bei."

Der jetzt veröffentlichte Orientierungsrahmen wendet sich an die Verantwortlichen für den Berufsschulreligionsunterricht in den Kirchen, Ministerien, Schulen, Schulverwaltungen und in der Lehrerbildung. Er formuliert spezifische Anforderungen an Kompetenzen und Standards für den Evangelischen Berufsschulreligionsunterricht. Damit gewährleistet er die Anschlussfähigkeit an die allgemeine Unterrichtsentwicklung, trägt zur Qualitätssicherung für dieses Fach bei und befördert den Religionsunterricht als eine gemeinsame Angelegenheit zwischen Staat und Kirche in den einzelnen Bundesländern.
Zum Download: https://www.ekd.de/ekd_de/ds_doc/ekd_texte_129_2018.pdf