Fachtag zum Thema Familien

(21.01.2019)

Fachtag zum Thema Familien Vergrößern

Familien und ihre Bedürfnisse standen im Zentrum des Fachtags am 17. Januar in Erfurt in Räumen des Landeskirchenamts, den Ute Birkner, Geschäftsführerin der Evangelische Aktionsgemeinschaft für Familienfragen (EAF) in Thüringen, federführend und in Kooperation mit dem PTI, der EAF Sachsen-Anhalt und der Evangelischen Erwaschsenenbildung (EEB) organisiert hatte.


Auf vielfältige Weise wurde das Thema in Vorträgen beleuchtet und in Workshops vertieft. Über 40 Teilnehmende waren der Einladung gefolgt: Erzieherinnen und Erzieher, Kitaleiterinnen und Kitaleiter, Fachberaterinnen und Fachberater, Mitarbeitende aus verschiedenen Ämtern Thüringer Landkreise, Sozialarbeiterinnen und Sozialberater, Familienberaterinnen und Familienberater, Gemeindepädagoginnen und Gemeindepädagogen, Pfarrerinnen und Pfarrer, Studierende der Fachhochschule in Erfurt und Mitarbeitende der Diakonie und Jugendhilfe.

Eine bunte Mischung von Menschen, die auf je ihre Weise dabei mitwirken, Familien mit bedarfsgerechten Angeboten vor Ort zu unterstützen und zu begleiten. Besonders hervorzuheben ist dabei das gelungene Miteinander von nichtkonfessionellen und kommunalen Trägern und Einrichtungen und kirchlichen Mitarbeitenden.

  Die Vortragsreihe wurde eröffnet von Superintendent Kristóf Bálint. Er berichtete, wie sich sein Kirchenkreis Bad Frankenhausen - Sondershausen auf den Weg begeben hat, eine Modellregion für eine familiengerechte Kirche zu werden. Ein Erfolgsrezept sind die Verzahnungen mit den Verantwortlichen des Kyffhäuserkreises für das Thüringer Landesprogramm solidarisches Zusammenleben der Generationen - Familie eins99. Gemeinsam entstehen in Kooperation von Kirchenkreis und Landkreis viele ganz konkrete Projekte in den Gemeinden vor Ort.

Die Vortragsreihe wurde fortgesetzt von Jeanette Mardicke und Julia Hecker von der Servicestelle "Thüringer Eltern-Kind-Zentren" (ThEKiZ) unter der neuen Trägerschaft des Felsenweg-Instituts der Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie. Sie erläuterten ihr Grundanliegen, durch ein integriertes Gesamtkonzept das Kind in seiner Lebenswelt abzuholen und seinem familiären Kontext einzubeziehen und stellen exemplarisch einige Thüringer Eltern-Kind-Zentren und deren Schwerpunkte vor.
 

Über die Entstehung des neuen Elternbildungsmaterials "Neue Spielräume für Erziehende" berichteten Anna Ruffert und Ute Birkner. Sie gaben einen spannenden Einblick in die Genese, die mit der Sammlung von Elternfragen zu Erziehungsthemen begann. In Elterngruppen wurden auch die unterschiedlichen Antworten der Eltern dokumentiert und die Broschüre "Gekniggte Eltern" entwickelt. Aus diesem Material entstand dann - auch in Zusammenarbeit mit der EEB und dem PTI - ein Methodenheft und dreisprachiges, inklusions- und kultursensibles Kartenmaterial, welches auf vielfältige und spielerische Weise zur Beschäftigung mit diesen Fragen einlädt.

In einem letzten Vortrag vor der Mittagspause stellten die PTI-Dozentinnen Dorothee Schneider und Ingrid Piontek die beiden Arbeitshilfen "Familiengerechte Kirchengemeinde werden. Fit für die Arbeit mit Familien" und "Fit für die Zusammenarbeit von Kindertageseinrichtung und Kirchengemeinde" (http://pti.ekmd-online.de/portal/shop/arbeitshilfen/) vor. Die "Appetizer", mit denen die Arbeitshilfe beginnt, wurden auch sinnlich wahrnehmbar - was kurz vor der Mittagspause eine willkommene Stärkung war.


Nach der Mittagspause wurde zunächst in verschiedenen Workshops weitergearbeitet
. Die Teilnehmenden konnten wählen zwischen den Themen "Evangelischer Elternkurs" mit Ute Birkner, "Umgang mit digitalen Medien in Familie" mit Klaus Roes (EAF Sachsen-Anhalt), "Neue Spielräume für Erziehende" mit Dr. Angela Kunze-Beiküfner (PTI).


Zum Abschluss des Fachtags berichtete die Gemeindepädagogin Viktoria Rode über ihre Arbeit auf einer Projektstelle für die Modellregion familiengerechte Kirche im Kirchenkreis Bad. Frankenhausen - Sondershausen. Anschaulich stellte Frau Rode die verschiedenen Puzzleteile einer familiengerechten Arbeit im Kirchenkreis vor. In enger Zusammenarbeit mit dem Landkreis kann z.B. die Idee umgesetzt werden, dass alle Eltern, die ihre Kinder in eine Kita auf dem Gebiet des Landkreises bringen, ein aktualisiertes Exemplar von "Gekniggte Eltern" geschenkt bekommen. Als weitere Beispiele wurden u.a. die Familienkirche genannt, die von Ehrenamtlichen durchgeführt wird, und ein Unterstützerkreis für die Gründung von Eltern-Kind-Zentren.

Mit Viktorias Rodes Vortrag, der Einblicke in die Praxis einer Modellregion gab, die sich auf dem Weg zu einer familiengerechten Region begeben hat, schloss sich der thematische Kreis, der am Morgen begonnen wurde. Die Auswertung der schriftlichen Evaluierung steht zwar noch aus, aber die spontanen Rückmeldungen vor Ort waren von einer großen Dankbarkeit an die beiden Organisatorinnen, Ute Birkner und Anna Ruffert, geprägt, die nicht nur durch ihre fachlichen Inputs und die inhaltliche Organisation den Fachtag kompetent vorbereitet und geprägt haben, sondern auch noch vorzüglich für das leibliche Wohl der Teilnehmenden gesorgt hatten.

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