Lehren heißt: Zeigen, was man liebt

(17.04.2019)

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Die großen Kirchen in Mitteldeutschland haben immer weniger Mitglieder. Die gesellschaftlichen Herausforderungen, in denen sich Fragen nach Religion und Ethik spiegeln, werden gleichzeitig immer gravierender. Der Zuzug von Menschen mit muslimischen Hintergründen hat dazu nicht unerheblich beigetragen.

Ein Bildungsauftrag der Schule in Sachsen-Anhalt besteht u. a. darin, die kulturelle und religiöse Vielfalt anzuerkennen und für die Entwicklungen der Kinder und Jugendlichen fruchtbar zu machen. Die Fächergruppe Ethik, Evangelischer Religionsunterricht und Katholischer Religionsunterricht hat dazu in den vergangenen Jahren kompetenzorientierte Lehrpläne vorgelegt, Unterrichtsmaterialien entwickelt und vielfältige Fortbildungen für Lehrkräfte angeboten.

Der Hallenser Religionspädagoge Prof. Michael Domsgen äußert sich dazu in einem Interview mit mdr kultur:

MDR KULTUR: In Sachsen-Anhalt sind Christen in der Minderheit: Zwölf Prozent sind evangelisch, knapp vier Prozent katholisch. Ist der Religionsunterricht in einem Bundesland, in dem nur eine Minderheit einer Kirche angehört eine Chance oder eine Schwierigkeit?

Michael Domsgen, Professor für evangelische Religionspädagogik an der Martin-Luther-Universität Halle: Es ist beides: Also einerseits ist es eine Chance, weil viele verquere Prägungen gar nicht da sind. Der Unterrichtsgegenstand ist so fremd geworden, dass man sich darüber gar nicht mehr aufregen muss, sondern eigentlich sich schon wieder in einer Unbedarftheit der Sache zuwenden kann, im Modus des experimentellen Annäherns.

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Neben rechtlichen Grundlagentexten können Sie sich mit Hilfe eines Flyers und eines Films eine erste Orientierung zu den Fächern Ethikunterricht, Katholischer- und Evangelischer Religionsunterricht verschaffen.