Schrittweise Wiedereröffnung von Geschäften und Institutionen des öffentlichen Lebens

(22.04.2020)

Schrittweise Wiedereröffnung von Geschäften und Institutionen des öffentlichen Lebens Vergrößern

Ganz unterschiedlich werden die in dieser Woche eingeführten Maßnahmen zur schrittweisen Wiedereröffnung von Geschäften und Institutionen des öffentlichen Lebens beurteilt. 

Die Reaktionen reichen von Zustimmung über Verunsicherung bis hin zu strikter Ablehnung. Die gut geglaubte Rücknahme von Einschränkungen soll uns in eine "neue Normalität” führen, heißt es. Doch viele befürchten einen Wiederanstieg der Reproduktionsrate über 1,0. Ich auch. Ob die partielle Öffnung von Schulen in Thüringen, Sachsen-Anhalt und anderen Bundesländern die richtige Entscheidung war, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht sagen. 

Doch sicher ist, dass die Schülerinnen und Schüler mit nicht weniger Fragen, Sorgen und Ängsten die Schule wieder betreten und den neuen Unterricht absolvieren werden - wie ihre Lehrerinnen und Lehrer. 
Darauf müssen wir vorbereitet sein.
Mit diesem Newsletter möchte das PTI Ihnen wieder hilfreiche Gedanken, Ideen und Materialien an die Hand geben, die Ihnen für den Wiedereinstieg in das Schulleben dienlich sein können. 
Dazu gehören auch die Entwürfe für zwei Schulandachten.

Bleiben Sie mit Ihren Familien, Freunden und Kollegen behütet in dieser schweren Zeit und seien Sie herzlich gegrüßt.


Dr. Ekkehard Steinhäuser
Direktor 

 

 

1. Sensibilität und Selbstfürsorge nach und in einer Krise

Bevor das Lernen (in Kleingruppen) in der Schule wieder beginnt, bevor Unterrichtsinhalte eine Rolle spielen, ist zu fragen, wie die SuS ankommen werden: 
Mit welchen Formen von Betroffenheit ist bei den Kindern und Jugendlichen in Schule und Gemeinde zu rechnen? 
Wie kann man hilfreiche Angebote machen? Professionelle Gedanken und Impulse dazu finden Sie insbesondere auf den Seiten 18-22 der folgenden Schrift: 
https://www.rpi-ekkw-ekhn.de/fileadmin/templates/rpi/normal/material/
arbeitsbereiche/ab_schulseelsorge/material/
Handreichung_Covid_19_und_die_Schule.pdf


Zeiten der  Zäsur brauchen auch Selbstfürsorge: 
Wie ich selbst als Lehrkaft meine eigenen Erfahrungen und Grenzen wahrnehmen kann und mich vor Überforderung schütze, dazu gibt Schulpfarrer 
Clemens-Michael Kluge (Waltershausen, Thüringen) hilfreiche Tipps: 
https://pti-ekmd.owncube.com/index.php/apps/files/?dir=/
Newsletter%20in%20Krisenzeiten/Material&fileid=119012#pdfviewer



2. Teamarbeit gefragt

Der Wiedereinstieg in den Schulbetrieb bedeutet Verantwortung für jede Lehrkraft. Es wäre eine Überforderung einzelner Kolleg*innen, wenn das Nachdenken mit den Schüler*innen über das Erlebte nur auf bestimmte Fächergruppen (z.B. Religion/Ethik) begrenzt wird. Zudem braucht das Kollegium Räume zum Austausch, aber auch Zeit für die Rückkehr in gewohnte Routinen.
Hilfreich können zudem Veranstaltungen (wie z. B. eine Schulandacht/Schulversammlung) oder auch Onlineformate sein, 
in der die gesamte bzw. teilversammelte  Schule als  Gemeinschaft in/nach der Zäsur sichtbar wird.
 

3. Wiedereinstieg in den Schulbetrieb

3.1 Und morgen geht es wieder los

In den kommenden Wochen wird das Leben in die Schulen zurückkehren und wenn es in die Schulen zurückkehrt, dann kommt es auch in den Unterricht zurück, 
auch in den Religionsunterricht. Morgen geht es wieder los.

Wie wird das sein, die erste Stunde nach dem Shutdown? 
Wie wird man sich begegnen, was wird man sagen und woran wird man lieber nicht rühren? Morgen geht es wieder los.

Vorab kann ich mir das alles nur schwer vorstellen und komme zur Einsicht, dass ich eigentlich nicht planen kann, aber auch nicht unvorbereitet kommen will. 
Für dieses Szenario, für diese ersten Begegnungen möchte ich mich vorbereiten, damit ich nicht hilflos bin: 
http://webcompetent.org/und-morgen-geht-es-wieder-los/
Ein Planungsentwurf mit Gesprächsimpulsen für eine gestaltete Mitte für die SekI/II. Morgen kann es losgehen.


3.2  Die erste Stunde im (teilweisen) Klassenverband

(in Konfigruppe, Kinderkirche, Teenykreis)

Auch das folgende Material gibt konkrete Tipps, wie die erste Stunde durch Klassenleiter*innen gestaltet werden kann, damit Kinder und Jugendliche ihren 
Erfahrungen und Gefühlen, Hoffnungen und Befürchtungen Ausdruck geben können:
https://www.rpz-heilsbronn.de/Dateien/Arbeitsbereiche/Schulseelsorge/Corona/hirschfelder_wenn-die-schule-wieder-beginnt.pdf

Ergänzend für Förder- und Grundschule wird empfohlen, Raum zu geben für die Arbeit an/mit Gefühlen. Hilfreich sind möglichst verschiedene Zugänge 
(wie malen, vertonen mit Orffinstrumenten, plastisches Gestalten, kreatives Schreiben z.B. Elfchen schreiben, Trostworte aussuchen, Legearbeiten, Holzarbeiten etc.)
Auch der Wunsch von Kindern nach schneller Rückkehr in die gewohnten Routinen ist berechtigt, denn Gewohnheiten geben auch Geborgenheit. 
So kann das Spiel auf dem Schulhof ebenso helfen wie Angebote zur Reflexion der Erfahrungen.


3.3  (Zeitversetzte) Starts  mit einer Schulandacht oder Schulkonferenz/Schulversammlung


Das Ankommen in der Schule kann gemeinsam oder auch schrittweise in Teilgruppen mit einem "Ritual zum Neustart” erlebt werden.
Impulse für eine Schulandacht/Schulversammlung für Grund-und Förderschulen gibt es hier:
https://pti-ekmd.owncube.com/index.php/apps/files/?dir=/Newsletter%20in%20Krisenzeiten/Material&fileid=119012#pdfviewer
Eine Anregung für weiterführende Schulen (und zum Anpassen an die Gegebenheiten der Schule), finden Sie unter dem folgenden Link: 
https://pti-ekmd.owncube.com/index.php/apps/files/?dir=/Newsletter%20in%20Krisenzeiten/Material&fileid=119012#pdfviewer


4. Weiterarbeit im Religionsunterricht


4.1  "Die Angst presst mir das Herz zusammen!” (Ps 25,17)

Für den Wiedereinstieg in den RU (KU) aller Altersgruppen in der ersten Stunde des Neustarts empfiehlt sich insbesondere die 
Arbeit mit Psalmen: https://material.rpi-virtuell.de/material/psalmendidaktik/
Arbeitsblätter zur Arbeit mit Klage und Trostpsalmen für die Grundschule sind hier zu finden: 
https://www.rpi-loccum.de/material/lernwerkstatt/vorangegangene-ausstellungen/lwst_lebendiges_vom_tod


4.2  "Wieso hat Gott das Coronavirus zugelassen?” 

Die Frage nach Gottes Verantwortung ist berechtigt und sollte, insbesondere, wenn sie von den Kindern und Jugendlichen eingetragen wird, nicht übergangen werden. 
Wie man unterrichtspraktisch mit der Frage umgehen kann, dazu hat sich Sabine Blaszcyk Gedanken gemacht: 
https://pti-ekmd.owncube.com/index.php/apps/files/?dir=/Newsletter%20in%20Krisenzeiten/Material&fileid=119012#pdfviewer


4.3 Arbeit mit den Impulskarten zu den Perlen des Lebens


Auf der Seite https://www.perlenjahr.de sind seit kurzem Impulskarten für "Nachdenkgespräche” zu den Perlen des Lebens verfügbar. 
Die Impulse richten sich nach den "großen Lebensthemen” die mit den einzelnen Perlen aufgegriffen werden: 
Die Frage nach dem, was trägt, die Frage nach mir selbst, nach Hoffnung und Glück, Angst und Traurigkeiten, Geheimnissen, Lieben und Geliebt-werden. 
Diese Karten können ebenfalls als Gesprächsanlass für das Erzählen mit Kindern in den momentan kleinen Notgruppen eingesetzt werden.

Zu den Perlen gelangen Sie über diesen Link.


Elementarbereich

Wenn Sie für Ihre Einrichtung oder Ihr Team Unterstützung wünschen, können Sie sich nach wie vor an die Kolleginnen im Elementarbereich wenden. 
Sie können beispielsweise einzelne Teamtage begleitet durch online-Module des PTI durchführen. 
Unterschiedliche Themen sind denkbar: ein grundsätzlicher Einstieg in die Religionssensible Bildung oder eine 
Vertiefung im Bereich der wertorientierten Erziehung sind nur zwei Möglichkeiten. Wenn Sie Interesse haben, können Sie sich für konkrete Absprachen und passgenaue Angebote
an Dorothee Schneider (Dorothee.Schneider@ekmd.de) oder Simone Wustrack (Simone.Wustrack@ekmd.de) wenden.