"Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.”

(15.05.2020)

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Es scheint, als seien wir nun angekommen in der neuen Wirklichkeit.
Auf Corona haben wir uns eingestellt, mit den viel zitierten Ängsten haben wir gelernt zu leben, die herbei beschworenen Massen-Erkrankungen sind ausgeblieben.

Zum Glück. Was war das für ein Druck. Was war das für eine Belastung.
Doch nun endlich normalisiert sich das Leben, strukturiert sich der Alltag, werden wir wieder die Alten.
Ist es so oder trügt der Schein?

Wenn Entscheidungsfragen gestellt werden, sagen die Juristen gern: "Es kommt darauf an!” Und in der Tat: Es kommt darauf an, welche Position wir einnehmen und welche Sichtweise wir vertreten.
Für die einen geht es voran, normalisiert sich das Arbeitsleben trotz bleibender Herausforderungen, ist der Blick gerichtet auf Lockerung und Reduzierung der Beschränkungen. Andere bleiben besorgt. Sie vermissen den Schutz und die Sicherheit, bleiben weiter in Angst und müssen vertrauen auf die Rücksichtnahme der anderen und ihr Verständnis für die Situation.

Auch wir am PTI ventilieren immer wieder neu die Frage, wie es weiter geht und wie wir weiter gehen können - wo uns Möglichkeiten Spielräume eröffnen und wo uns andererseits Grenzen gesetzt sind, die wir nicht überschreiten dürfen.

Wir haben uns entschlossen, den bisher wöchentlich veröffentlichten "Newsletter in Corona-Zeiten” nun zu beenden. Wir richten den Blick nach vorn und wechseln zu einem neuen Format. Ab dem nächsten Mal schreiben wir den "Newsletter des PTI”. Er wird 14-tägig erscheinen, an jedem ersten und an jedem dritten Mittwoch im Monat. Wegweisend soll er sein und zielführend - immer in der Hoffnung, dass uns durch das umsichtige Verhalten und Handeln vielleicht doch eine zweite Welle der Corona-Pandemie erspart bleibt.
Bleiben Sie uns darum bitte auch in Zukunft verbunden. Wir sind es mit Ihnen auch.

Mit dem Wochenspruch für die Woche nach dem Sonntag Rogate (Betet) grüße ich Sie herzlich:

"Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.” (Psalm 66,20)

Ihr


Dr. Ekkehard Steinhäuser
Direktor


 

Schule allgemein


Im vergangenen Monat erreichte Marlies Voigt, RU-Lehrerin am Henfling-Gymnasium Meiningen und Mitglied im Unterstützungssystem des THILLM, eine Mail von Christian Marker vom RPI Fulda, in der er darum bat, für dessen Fachzeitschrift einen Erfahrungsbericht zum Homeschooling während der Corona-Zeit zu schreiben. Diesen Erfahrungsbericht möchten wir Ihnen hier unkommentiert und ungekürzt zur Kenntnis geben. Vielleicht kann er Ihnen als Anregung für weitere Austausche und Gespräche im Kolleg*innenkreis dienen.

Marlies Voigt schreibt:

Meine Erfahrungen mit Homeschooling in Zeiten von Corona

"Kurz" möge er sein, so die Bitte um meinen Erfahrungsbericht mit digitalem Homeschooling während Corona.
Erfahrungen zu bislang sieben Wochen ohne analogen, also lebendigen Austausch mit meinen Schülern am Henfling-Gymnasium Meiningen. Geht das in wenigen Sätzen?
(Auf Grund dieser gebotenen Kürze kann ich auf die finanziellen sowie technischen Möglichkeiten und Grenzen der Betroffenen gar nicht eingehen, obwohl es dazu sicher einiges zu bemerken gäbe.)

So beginne ich also mit meinen durchaus auch positiven Erfahrungen: Nämlich unglaublich viel gelernt zu haben in dieser Zeit - z. B. zugewonnen an Digitalkompetenz: zunächst erfolgreich zwei gängige Meeting-Portale eingerichtet, um wenigstens auf diese Weise mit meinen Schülern in Kontakt zu treten. Aber: Beide nicht sicher und daher für Thüringer Schulen nicht zulässig, obwohl im Kollegium selbst verwendet ...Wichtiger sind mir die zwischenmenschlichen Erfahrungen mit sieben Wochen ohne: So schicke ich als Reli- und Deutschlehrerin seitenlange Unterrichtsanleitungen mit sich ergebenden Aufgaben zur selbstständigen Schülerarbeit (einschließlich folgenden Erwartungsbildern) durchs Netz an meine rund 70 Schüler*innen der Klassen 9 bis 11 - immer mit dem Angebot, mich anzurufen, sollte es Fragen oder Anmerkungen dazu geben. Wenige machen Gebrauch davon - nur diejenigen, die sich auch im Unterricht melden würden.
Ansonsten viel Schweigen bis zum Zurücksenden der Arbeitsergebnisse - von einem Schüler erhalte ich selten eine Lösung. Ich kann ihn nicht erreichen und mache mir Sorgen, dass er abgehängt werden könnte.

Sieben Wochen ohne Möglichkeit, Schüler direkt anzusprechen wenn ich sehe sie verstehen nicht, können nicht, wollen vielleicht auch gerade nicht - brauchen also Hilfe, Motivation, Zuspruch. Der Unterricht beider meiner Fächer lebt vom Gespräch, auch vom nonverbalen - sieben Wochen ohne Partner- und Gruppenarbeit, ohne direkten Austausch. Stattdessen sitzen die jungen Leute zu Hause am PC oder iPad, jeder für sich. Mehr oder weniger motiviert... Ich erhalte dann ihre schriftlichen Arbeitsergebnisse, die ich im Homeoffice stundenlang korrigiere, dann zurücksende und manchmal eine Nachfrage bekomme - manchmal.
In Deutsch bereiten wir mit der Klasse 9 gerade einen Erörterungsaufsatz vor. Als Übungsthema habe ich - entsprechend der aktuellen Situation - die Digitalisierung des Unterrichts gewählt.

Edgar B., einer meiner Schüler, schreibt dazu: "Was wir momentan alle am meisten vermissen, sind die Klassenzimmer. ... Klassenräume als geschützte Räume, in denen nichts aufgezeichnet oder ausgewertet wird. Schüler dürfen Fehler machen, die jedoch nicht gespeichert werden. ... Sobald etwas digital ist und womöglich auch noch mit dem Internet verbunden, wird oftmals etwas aufgezeichnet und ausgewertet, von dem wir nichts mitbekommen. ... Schon das Gefühl, mit einer normalen Kreidetafel zu lernen, ist schöner, als in kurzer Zeit viele Information geschickt zu bekommen. So kann man während des Abschreibens den Inhalt verinnerlichen ...".

Und ich möchte mich Eddi anschließen als Fazit meines/unseres - nun doch etwas länger geratenen - Erfahrungsberichtes zu sieben Wochen ohne: "Wir Schüler leiden momentan sehr an dieser Zeit und erhoffen uns Normalität zurück, die weniger damit zu tun hat, vor dem Bildschirm zu sitzen und Aufgaben zu erledigen. Zu viel Digitalisierung ist nie gut. Oft werden dabei die vielen Dinge vergessen, die außerhalb der digitalen Welt vonstatten gehen."

Auf ein baldiges freudvoll analoges Aufleben nach dieser unserer Passionszeit hofft
Marlies Voigt, Henfling-Gymnasium Meiningen
1. Mai 2020
 


Religionsunterricht und Distance Learning

 
Für das Lernen auf Abstand, den Fernunterricht oder das Distance Learning haben Pädagoginnen und Pädagogen aus NRW Orientierungskriterien entwickelt, mit deren Hilfe die eigenen Unterrichtsangebote kritisch reflektiert werden können. Sie sind bewusst allgemein formuliert, erfordern eine Konkretisierung, die an die jeweilige Schulsituation angepasst werden muss und sollen dazu beitragen, dass sich in der Phase des Distanzlernens vielfältige Lernchancen ergeben und gleichzeitig die sozialen Aspekte des Lernens angemessen gewürdigt werden.

So viel Empathie und Beziehungsarbeit wie möglich,
so viele Tools und Apps wie nötig

So viel Vertrauen und Freiheit wie möglich,
so viel Kontrolle und Struktur wie nötig

So viel einfache Technik wie möglich,
so viel neue Technik wie nötig

So viel asynchrone Kommunikation wie möglich,
so viel synchrone wie nötig

So viel offene Projektarbeit wie möglich,
so viele kleinschrittige Übungen wie nötig

So viel Peer-Feedback wie möglich,
so viel Feedback von Lehrenden wie nötig

Konkretionen und vertiefende Überlegungen finden sich unter https://www.schulministerium.nrw.de/docs/Recht/
Schulgesundheitsrecht/Infektionsschutz/300-Coronavirus/Coronavirus_Impulse_Distanzlernen/index.html


Grund- und Förderschule


Das folgende Film- und Arbeitsblattmaterial nimmt die kommenden Feiertage Himmelfahrt, Pfingsten und Trinitatis in den Blick:
https://www.tpi-moritzburg.de/detail/material_fuer_pfingsten.asp?mm
=2&bURL=de/index.asp&bTxt=
Bildungszentrum+der+Evangelisch%2DLutherischen+Landeskirche+Sachsens

Aus Villigst erreicht uns Online -Material zu der Themenreihe "Wer ist denn dieser Jesus?". Hier gibt es Filme zu Jesus-Erzählungen (z. B. zu Taufe Jesu, Jüngerberufung, Zachäus, Senfkorngleichnis, Speisung der 5000) und Vorschläge für die Erarbeitung durch die Schüler*innen: https://www.pi-villigst.de/materialien-fuer-die-primarstufe


Förderschule Schwerpunkt LERNEN (Kl. 7-9)


Eine Anregung für weiteres bzw. zukünftiges Distanzlernen in Sek. I, Klasse 7-9, insbesondere im Förderschwerpunkt LERNEN.
Die leicht verständliche Sprache, Audiomöglichkeiten, elementare Zugänge und besondere Lebensbedingungen werden eigens berücksichtigt. Im Spiegel der Geschichte von Malala Yousafzai (Kinderrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin 2014) erhalten die Schüler/innen Anregungen, ihre eigenen Erfahrungen (insbesondere in der Corona-Zeit) zu reflektieren. Hier zunächst der Link zum Begleitbrief für die Lehrkräfte:
https://pti-ekmd.owncube.com/index.php/s/Ew4erZ72WNHmzNZ

Und hier der Link zum Material (Achtung, große Datei, daher längere Ladezeit!)
https://www.ptz-rpi.de/fileadmin/user_upload/ptz/einzelhomepageseite/
2020_corona/Unterrichtsmaterialien_fuer_
danach/10_Keine_Schule_Was_Malala_gegen_Angst_und_Langeweile_tut.ppsx
 



Religionsunterricht an Weiterführenden Schulen


Zum Jahrestag der bedingungslosen Kapitulation Hitlerdeutschlands bietet sich auch für den Religionsunterricht ein Nachdenken über die Bedeutung von Religionen für die Gesellschaft an.
Hierher gehört das Sprechen über das Attentat von Halle.


Der Krieg und ich

Die Filmreihe erzählt in acht Episoden Geschichten europäischer Kinder aus dem Krieg. Sie zeigen, wie sie den Zweiten Weltkrieg miterlebten und die Auswirkungen des Krieges selbst erfahren mussten. Beispielhaft wird die Geschichte von Anton, der unbedingt in die Hitlerjugend will, didaktisch aufbereitet. http://webcompetent.org/der-krieg-und-ich/


Offene Online-Fortbildung: #reliChat Barcamp

Wenn Sie Lust auf ein offenes Fortbildungsformat, inspirierende Ideen und freundliche Kolleginnen und Kollegen aus dem Religionsunterricht haben, dann melden Sie sich
unter https://www.relichat.org/relichat-barcamp/ mit Ihrer Email-Adresse oder einem Twitter-Account an. Sie werden dann über den jeweiligen Planungsstand informiert und können jederzeit reinschauen, nachfragen und mitmachen.

Termin: 22. Mai ab 19 Uhr + 23. Mai ab 10 Uhr ONLINE
 
 

Konfirmandenarbeit


Es hat sich ein neuer "Corona- Alltag" auch in der Arbeit mit Konfis eingestellt. Dazu zählen analoge Methoden miteinander in Kontakt zu bleiben,
wie z. B. ein Tagebuch oder Fürbittenbuch weiterzugeben: (mehr unter)
https://www.ekir.de/pti/Downloads/Kontaktideen_mit_Konfis_in_der
_Coronazeit.pdf

Die Coronazeit ist aber vor allem die Zeit der neuen Medien. Deswegen wird gerade die Konapp der Deutschen Bibelgesellschaft stark nachgefragt (https://www.konapp.de).
Zugleich werden über diese Seite auch Webinare zur Benutzung angeboten. Das Angebot eines bundesweiten Online-Webinars zum Umgang mit neuen Medien war in kürzester Zeit ausgebucht (https://www.rpz-heilsbronn.
de/fortbildungen/info/zoom-konapp-instagram-co/
), wird aber wohl schnell eine Nachfolgefortbildung finden.

Eine gute Sammlung von Methoden, die laufend aktualisiert wird, ist nach wie vor die Seite der ALPIKA AG Konfirmandenarbeit (https://konfi-arbeit.de/konfidigital-konfihome/). Hier stellen die Studienleiter*innen und Dozent*innen der Gliedkirchen der EKD ihre Methoden und Hinweise ein. Unser PTI hat gemeinsam mit dem Netzwerk KonfiCamps in Deutschland e.V. (http://www.netzwerk-konficamps.de/index.html) eine Videokonferenz zum Austausch über die Situation von KonfiCamps angeboten. Diese Möglichkeit wurde von vielen wahrgenommen und wird fortgesetzt. Zwei Termine stehen zur Auswahl: Donnerstag, 04. Juni 10.00 Uhr - 11.30 Uhr und Dienstag 9. Juni 10.00 Uhr - 11.30 Uhr. Bei Interesse bitte anmelden unter steffen.weusten@ekmd.de 

In dieser Zeit nehme ich auch wahr, dass viele Jugendliche durch die schulischen Aufgaben und die ungewohnte Selbstorganisation sehr unter Druck stehen. Deshalb halte ich es für legitim, die Siebt- und Achtklässler nicht noch durch die Konfirmandenarbeit unter Druck zu setzen. Vielleicht ist hier manchmal die beste Konfirmandenarbeit mit seelsorgerlichem Gespür Kontakt zu halten.