Die Auswirkungen der Demografie an den Berufsbildenden Schulen

(20.04.2012)

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Die Entwicklung der Thüringer Staatlichen Berufsbildenden Schulen hängt scheinbar am Tropf der Demografie. Erste Zusammenlegungen von SBBS gab es schon, berufsfeldbereinigt und optimiert im Sinne erheblicher Einsparungen. Doch welchen Sinn macht es mit aller Gewalt Klassenteiler oder Anmeldezahlen einzuhalten, wenn Lehrer noch im Überhang sind. Ist es denn nicht pädagogisch vernünftiger kleine Klassen, mit guter individueller Förderung (siehe neue Schulordnung) für mehrere "Taljahre" zu etablieren und somit auch eine echte "Eigenverantwortliche Schule" mit optimaler Entwicklungsbedingung zuzulassen und deren Profil zu stärken.

Leider geht die zu erwartende neue Verwaltungsvorschrift einen anderen Weg. Gerade in den Wahlschulformen werden die Anmeldezahlen auf 20 erhöht, die Grundstufen werden exakt nach Schulnetzplan durchgesetzt (das hofft man wenigstens für alle gleichermaßen), so dass die Berufsfeldbereinigung thüringenweit stattfindet ohne Rücksicht auf Fahrzeiten, finanzielle Belastung und kleinere duale Klassen. Diese Mehrbelastungen sehen wir nicht nur für Pädagogen, sondern haben auch die Auszubildenden im Blick.
Wir als GEW sehen für die zukünftige Entwicklung der Berufsschulen andere Lösungswege.

Die Entwicklung der Schulen muss in Richtung kooperativer Kompetenzzentren in den Regionen gehen. Dabei müssen die vor Ort Beteiligten gemeinsam alle Möglichkeiten einer eigenverantwortlichen Entwicklung der Schulen wahrnehmen, dies betrifft das Personal genauso wie die Schulstruktur. Dazu sollten Rundtischgespräche mit den Kammern, Betrieben der Region, Arbeitsagenturen, Schülervertretern und Beschäftigten stattfinden, um eine möglichst breite Basis zu erhalten.

Der Bedarf an Fachlehrern wird bedingt durch altersgerechte Abgänge in den kommenden Jahren erheblich steigen. Es wird nicht reichen auf die in Thüringen ausgebildeten Referendare zu vertrauen, denn oft genug suchen sie das "Weite". Durch die für Deutschland umzusetzenden Maßnahmen der Anwendung des Europäischen Qualitätsrahmens ergeben sich zukünftig hoffentlich auch Anerkennungen der Ausbildung von Seiteneinsteigern ohne Hochschulabschluss, sodass diese zu einem berufsbegleitenden Studium zu gelassen werden könnten. Im Verlauf ihrer beruflichen Arbeit haben gerade diese Beschäftigten nachgewiesen, dass sie willens und in der Lage sind, den Anforderungen in pädagogischer und fachlicher Hinsicht zu entsprechen. Mehr lesen