Gleiche Leistung, bessere Note - Ministerium lockert Maßstäbe

(16.05.2012)

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Sachsen-Anhalts CDU-SPD-Regierung will die Maßstäbe für Schulnoten lockern. Kultusstaatssekretär Jan Hofmann (SPD) kündigte gestern gegenüber der Volksstimme eine "Liberalisierung" der Bewertungsrichtlinien an. Ohnehin sei die Schulnote "nicht das heilige Mittel zur Bewertung von Leistungen der Schüler". Und: Hausaufgaben sollen künftig "grundsätzlich nicht mehr benotet" werden. Laut Hofmann sei der Erlass "Teil eines Prozesses hin zu kompetenzorientiertem Lernen". Der Staatssekretär widersprach Vorwürfen, die Normen würden aufgeweicht, um die Zahl der Schulabbrecher zu verringern. "Wir stimmen unsere Bewertungen lediglich mit den anderen mitteldeutschen Ländern ab."

Für das nächste Schuljahr setzt ein Erlass des Ministeriums die verbindlichen Leistungsbewertungsrichtlinien für Schüler der Klassenstufen 1 bis 10 neu fest. Danach soll die Note 1 bei schriftlichen Arbeiten künftig bereits erteilt werden, wenn ein Schüler 93 Prozent der Lösungen korrekt aufgeschrieben hat. Bisher werden dafür 95 Prozent der Lösungen verlangt. Zugleich werden die Anforderungen für das Erreichen der Noten 2, 3 und 5 um jeweils sechs Prozentpunkte gelockert (Übersicht). Noch deutlicher, um elf Punkte, soll die Hürde für das Erreichen der Note 4 gesenkt werden. Mehr lesen