Herzlich Willkommen Brita Bernet

(10.11.2020)

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Brita Bernet, wir begrüßen Sie herzlich als neue Kollegin im Institut. Wir wollen allen Interessierten die Gelegenheit geben, Sie etwas näher kennen zu lernen. Der Schwerpunkt Ihrer Arbeit liegt in der Weiterentwicklung der klassischen Religionspädagogischen Qualifizierung für Fachkräfte in Kitas in online-gestützte Formate.

Warum haben Sie sich auf die ausgeschriebene Projektstelle beworben?

In der Tat hatte ich Lust, etwas Neues zu machen, was sich inhaltlich von meiner bisherigen Arbeit abhebt und doch nicht komplett etwas anderes ist. Ich dachte mir, wenn ich mich jetzt nicht bewerbe, dann kann es auf jeden Fall nichts werden. Nicht jede Sicherheit ist gut. Inhaltlich konnte ich mich mit der Idee des "blended learning" sehr gut anfreunden. Ich hätte in meiner eigenen Ausbildung gerne unterschiedlichere Medien genutzt und auch mal auf eine Kurswoche verzichtet zugunsten von online -Treffen und autodidaktischem Lernen.

Was haben Sie vorher gemacht, warum sind Sie Gemeindepädagogin geworden?

Direkt nach meiner Berufsausbildung (mit Abitur) studierte ich in Ilmenau Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt Energietechnik. Ich arbeitete dann mit an der Entwicklung von Überspannungsableitern - also im weitesten Sinne geht es da um Blitzschutz.
Nach der Erziehungszeit wollte ich nicht zurück in die Forschung und arbeitete so als Quereinsteigerin am Berufsbildungszentrum Meiningen als Berufsschullehrer in für Elektroinstallateure*innen und Installationspraktiker*innen. Weil ich - motiviert durch meine eigenen Kinder - schon lange Christenlehre und Wochenendfreizeiten ehrenamtlich geleitet hatte, fand ich den Gedanken attraktiv, mich beruflich neu zu orientieren. Irgendwie klappte es mit der Ausbildung zur Gemeindepädagogin in Drübeck. Seit 2012 arbeitete ich dann im Kirchenkreis Waltershausen-Ohrdruf mit einer 50% Anstellung. Zusätzlich unterrichtete ich an Förder-, Grund- und Regelschulen Religion.

Was reizt Sie selbst an der Arbeit mit Medien?

"Medien" ist ein weitgefasster Begriff. Ich finde die Vielfalt der Möglichkeiten genial. Ein gedrucktes Buch verliert seine Berechtigung im Einsatz in der Bildung ja nicht, auch wenn man auf Film, Hörbuch oder Erlebnispädagogik setzen kann. Dass es inzwischen technisch kaum mehr eine Hürde ist, einen Film zu produzieren oder ein Hörspiel aufzunehmen, das finde ich großartig. Man kann soviel probieren und testen, ohne gleich Materialkosten astronomischen Ausmaßes zu  verursachen.
Außerdem gefällt mir, dass man sich virtuell treffen kann - dann muss man nach der Veranstaltung nicht noch 300 km durch die Republik fahren.

Frau Bernet, ich weiß, dass Sie medienpädagogisch schon einiges ausprobiert haben. Erzählen Sie mal von einem aus Ihrer Sicht gelungenen medienpädagogischen Projekt.

Spontan erinnere ich mich an eine Stankt-Martins-Aktion, die wir für die Lernwerkstätten des PTI veröffentlicht haben...
St. Martin mit Knicklichtern hatte ich zugegebenermaßen irgendwo gelesen und für meine Gemeinden angepasst. Zur Erläuterung: Hinter einer "Wand" aus Kaninchenzaun waren auf Papier die Konturen der Szene der Mantelteilung gezeichnet und im Laufe der Andacht steckten die Kinder ihre Knicklichter an die passenden Stellen in die Maschen. Die hatten sie beim Hereinkommen erhalten. Das Schöne daran war, dass die Kinder in der Martinsandacht spontan und ausnahmslos mitmachen konnten. So entfielen nervenaufreibende Proben und die große Aufregung, ob alles klappt - wenigstens bei den Kindern. Und das Bild am Ende war natürlich ein Hingucker. Mein für mich schönstes Projekt war, mit Kindern einen Film von Anfang bis Ende in deren Eigenregie zu drehen. Oder sollte es besser heißen, sie drehen zu lassen? Wir starteten ohne jegliche Vorlage. Dass der Film am Ende fertig wurde und noch alle fröhlich waren, das finde ich immer noch bemerkenswert. Wir zeigten den dann auch in einer Gemeindeveranstaltung und das war wohl mein herbster Verlust, als ich den Film verlor als ich meinen Rechner 2018 schrottete.

Worauf freuen Sie sich in Bezug auf die Stelle in den nächsten Jahren am meisten?

Mich reizt, unterschiedliche Sachen selbst auszuprobieren und auszureizen. Film, Hörspiel, Vortrag, Lehrbrief, vielleicht ja auch Praxisprojekte? Besonders gerne produziere ich Trickfilme. Das Tun als solches ist ja schon ein Gewinn, weil man sich sehr genau mit den umzusetzenden Inhalten auseinandersetzen muss. Deswegen halte ich es auch für eine gute Idee, Teilnehmer*innen davon zu begeistern. Es fordert allerdings viel Geduld, aber die trainiert man dabei eben auch.

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen, denn allein kann man zwar ganz gute Ideen entwickeln, aber mit gutem Austausch kommt dann eben doch etwas besseres raus. Ich freue mich, dass ich ein eigenes Büro habe, da störe ich keinen, wenn ich mal laut überlege oder Musik zum Denken benötige.

Liebe Frau Bernet, ich danke Ihnen für das Gespräch und die Einblicke!

Wir freuen uns sehr auf die gemeinsame Zusammenarbeit und wünschen Ihnen einen guten Start am PTI.