„Jeder Tag ist gleich, keine Änderung in Sicht. Nach der Schule immer alleine."

(22.01.2021)

„Jeder Tag ist gleich, keine Änderung in Sicht. Nach der Schule immer alleine." Vergrößern

Bundesweite Studie unter jungen Menschen zum Pandemierleben

Im November 2020 wurde eine zweite bundesweite Online-Befragung von jungen Menschen zu ihren Erfahrungen während der Corona-Zeit durchgeführt.

Die ersten Ergebnisse der Erhebung, an der über 7.000 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 30 Jahren teilgenommen haben, sind jetzt online verfügbar:
https://dx.doi.org/10.18442/163

Die Studie wurde vom Forschungsverbund "Kindheit - Jugend - Familie in der Corona-Zeit" der Universitäten Hildesheim und Frankfurt durchgeführt. Die ersten Ergebnisse der Befragung JuCo 2 zeigen eindrücklich, wie sehr sich der Lebensalltag der jungen Menschen in den unterschiedlichen Lebensbereichen durch die Corona-Pandemie verändert hat und wie sehr sich dies auf ihr Empfinden und Erleben auswirkt.

Auffällig ist dabei u. a., "dass sich jung​e Menschen offenbar nicht sicher sein können, an politischen Entscheidungen und gesellschaftlichen Gestaltungsprozessen beteiligt zu werden. Die Freitextantworten geben deutliche Hinweise auf tiefsinnige Überlegungen, differenzierte Positionen und kreative Einschätzungen hinter diesen Daten. So werden unterschiedliche Interessenlagen z. B. aus den Bereichen der Wirtschaft oder der Bildung angesprochen, die für viele junge Menschen auch nachvollziehbar sind und respektiert werden.

Angesichts der zweiten Infektionswelle wird deutschlandweit viel dafür getan, Betreuungseinrichtungen und Schulen offen zu halten und viele Jugendliche haben sich auch darüber gefreut, ihre Freund*innen in der Schule treffen zu können und Lehrer*innen wiederzusehen. Die Öffnung der Schulen ist insofern nicht nur für das Lernen, sondern auch sozial wichtig. Das schätzen auch junge Menschen so ein.

Die jungen Menschen kritisieren jedoch die Umsetzung der Hygienemaßnahmen, ihre fehlende Beteiligung an deren Konkretisierung sowie die im Vergleich viel geringere Bedeutung, die ihren übrigen Lebensbereichen und Aktivitäten beigemessen werden [...]  Das Offenhalten der Schulen ist zugleich aber auch eine ambivalente Botschaft an die Jugendlichen, dass sie - wie im Frühjahr - ausschließlich in ihrer Rolle als Schüler*in funktionieren sollen."