Hans Küng verstorben

(07.04.2021)

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Eine Weltepoche, die anders als jede frühere geprägt ist durch Weltpolitik, Welttechnologie, Weltwirtschaft und ​Weltzivilisation, bedarf eines Weltethos.

Hans Küng, 1993

Am Dienstag, dem 6. April, verstarb im Alter von 93 Jahren der Initiator der Stiftung Weltethos, Hans Küng. 

Ab 1960 wirkte Küng als Professor für Fundamentaltheologie an der Katholischen-Theologischen Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen. Seine Kritik an den Strukturen der Katholischen Kirche, der Unfehlbarkeit des päpstlichen Lehramtes und traditionelle Interpretationen christologischer Dogmen führten 1979 zum Entzug der kirchlichen Lehrerlaubnis durch die Deutsche Bischofskonferenz.

Daraufhin wurde das Institut für Ökumenische Forschung durch die Tübinger Universität aus der Katholisch-Theologischen Fakultät ausgegliedert. Küng konnte weiter lehren. Die Stiftung Weltethos gründete Hans Küng 1995, um sein "Projekt Weltethos" gesellschaftlich und wissenschaftlich zu etablieren und voranzubringen.

Das "Projekt Weltethos" beeinflusst die Arbeit an den religionspädagogischen Instituten der evangelischen Landeskirchen bis heute. Die aktuellen Debatten um religiöse Vielfalt und Identität gehen maßgeblich auf seine Ideen zurück. In den aktuellen Lehrplänen für den Religions- und Ethikunterricht finden sich seine Spuren.

Mit Hans Küng verliert die Welt einen feinsinnigen Denker, der Zeit seines Lebens für die Verständigung der Menschen und den Frieden eingetreten ist. Im Projekt Weltethos wirkt seine Energie weiter.

Materialien und Medien für Unterricht und Studium: https://www.weltethos.org/materialien-medien/