Für andere da sein

(09.06.2021)

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"Schön, dass Sie da sind, ohne Bildschirm, ohne Glas. Jetzt endlich sehen wir uns. Gut, dass Sie da sind, für die die Kinder und Jugendlichen, die im Religionsunterricht auf Sie warten." So begrüßte Schulbeauftragte Bianka Uebach-Larisch 24 junge Religionslehrerinnen und Religionslehrer aus Thüringen. Sie feierten am 5. Juni ihre Vokation.

Sie halten nun dauerhaft ihre kirchliche Lehrerlaubnis für den evangelischen Religionsunterricht in den eigenen Händen. Und diese Freude, passte so ganz zu der Aufbruchstimmung die am letzten Wochenende die Erfurter Innenstadt belebte.



Die Schulbeauftragten Bianka Uebach-Larisch, Rolf Lakemann und Kirchenrätin Susanne Minkus-Langendörfer hatten den Gottesdienst in der Michaeliskirche in Erfurt vorbereitet. Das Hygieneschutzkonzept  war mehrfach überprüft und angepasst worden.



Dem Gottesdienst war ein virtuelles Seminar vorangegangen, das durch die Kolleginnen und Kollegen aus dem PTI mitentwickelt worden war. Die jungen Lehrkräfte aus allen Schularten hatten sich mithilfe verschiedener kollaborativer Szenarien und in videogestützten Kleingruppen über das eigene Berufsverständnis ausgetauscht. Mithilfe der Reckahner Leitlinien zum pädagogischen Handeln wurden die eigene Erfahrungen des bisherigen Berufslebens kritisch hinterfragt und nach Optionen für eine vertiefte Wahrnehmung und qualifizierte Weiterentwicklung gesucht. Das Gespräch zwischen dem Kämmerer und Philippus aus Apostelgeschichte 8,27-39 begleitete die Gruppe durch das Online-Seminar und wirkte wie ein hermeneutischer Schlüssel für die Perspektiven auf den Lernort Schule, die Schülerinnen und Schüler, das Kollegium im Lehrerzimmer, die Elternschaft und natürlich auch auf die eigene Person.


Propst Johann Schneider sprach im Gottesdienst in klaren Bildern über Zusammenhänge zwischen berufsbiografischen Entscheidungen, unterrichtlichen Herausforderungen und ethischen Prinzipien pädagogischen Handelns.  Und er machte klar: Das Gelingen oder der Segen über dieser pädagogischen Arbeit bleibt unverfügbar. "Verstehst Du, was Du liest?" heißt es in der Apostelgeschichte und angezeigt wird damit, so Schneider, eine Haltung, die aufmerksam, zugewandt und neugierig sich anderen Menschen zuwendet. So muss Schule sein und so muss auch der Religionsunterricht gedacht werden und das wäre dann auch ein Segen. Dann können Menschen, wie der königliche Beamte, ihren Weg "voller Freude" ziehen und gesegnet sind dann auch die, die sie zugerüstet haben.


 
In kleiner Runde und mit Abstand wurde der Vokation ein festlicher Rahmen gegeben. Der nächste regionale Vokationsgottesdienst wird am 19. Juni in Halle stattfinden.

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