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06.01.2024
Drei Könige

Einem Stern sollen die drei heiligen Könige gefolgt sein, als sie zur Weihnachtskrippe fanden. Daran denkt man heute am Dreikönigstag. Aufbrechen, auf Hoffnung hin – und dann das Ziel, es ist anders als erwartet – aber besser! Nun, Reisende, die Sternen folgen, das ist gar nicht so selten: Der berühmte Restaurantführer Michelin hat genau damit angefangen: Ein Stern bedeutet: einen Stopp wert! Zwei Sterne: einen Umweg wert! Und drei Sterne: Das ist eine Reise wert! Michelin produziert Autoreifen. Und testet Restaurants. Wie kommt es zu so einer Mischung? Tja, in der Anfangszeit der Firma war die Frage eben noch: Wie kriegen wir die Leute dazu, möglichst schnell ihre Reifen abzufahren? Also sollen sie Ausflüge unternehmen und idealerweise durch die Schlemmerei ein bisschen zunehmen – immer auf der Jagd nach den besten Leckerbissen. Alles im Dienste des Reifenabriebes. Ein bisschen lustig klingt das ja. Aber der Run um das beste Erlebnis, die heißeste Location, das ist uns bis heute nicht fremd. Was für ein Stern aber, der drei Könige dazu bringt, einen Umweg zu machen. Nicht nur einen Umweg. Sondern Aufbrechen aus einem fernen Land – einer vagen Hoffnung wegen. Welcher Hunger muss einen treiben – das da endlich etwas ist, dass die eigene Leere füllen kann. Da sind Gold, Weihrauch und Myrrhe ein geringer Preis. Unbezahlbar ist das Gefühl, wenn man spürt: ich bin angekommen. Genau, da wo ich sein sollte. Gregor Heidbrink, evangelisch aus Apolda


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